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"Land der Berge, Land am Strome" - mit diesen
Worten beginnt der Text der österreichischen Nationalhymne.
Und damit ist die Doppelnatur dieses europäischen Binnenlandes
bereits treffend gekennzeichnet: 60 % des Staatsgebietes wird
von den Ostalpen eingenommen, die übrigen 40 % werden mehr
oder weniger von dem großen europäischen Strom, der
Donau, und dem von ihr durchflossenen Mittelgebirgs- und Hügelland
bestimmt.
Österreich erstreckt sich rund 560 km vom Vorderrhein im Westen bis an den Rand der ungarischen Ebene im Osten und hat etwa 8,1 Millionen Einwohner.
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Für diesmal machen wir von Wien aus eine Rundreise durch das Land und schauen uns an, was es an Besonderheiten zu bieten hat. Zunächst schauen wir von Wien aus nördlich nach Oberösterreich, einem der neun Bundesländer mit seiner Hauptstadt Linz an der Donau. Hier setzt sich landschaftlich das Alpenvorland fort, wie wir es von Deutschland her kennen. Die Menschen hier leben von Ackerbau und Viehzucht, aber auch von ertragreichen Industrien, die sich hauptsächlich in den Regionen Linz und Steyr befinden
Niederösterreich ist das größte Bundesland mit dem Mühlviertel, dem Waldgebiet der Wachau und dem sehr fruchtbaren Weinviertel, das nicht nur die Menschen der Hauptstadt mit Gemüse, Getreide und Wein versorgt, sondern auch reiche Erdöl- und Erdgasfelder hat. Diese liefern die Rohstoffe für manche Industrien, die sich in Wien und seiner Umgebung angesiedelt haben. Seine Hauptstadt ist St. Pölten.
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Südöstlich von Wien bildet das Burgenland mit seiner Hauptstadt Eisenstadt die Verbindung Österreichs zur ungarischen Tiefebene. An den Hängen dieses Hügellandes befindet sich Weinberg an Weinberg, dazwischen stehen stattliche Bauernhöfe. Der Neusiedler See bildet eine natürliche Grenze zum Nachbarland Ungarn
Wir reisen nun von Wien aus nach Westen. Dabei durchqueren wir zunächst die Steiermark. Zu ihr gehört der Ostrand der Alpen und das dann ins östlich gelegene Burgenland reichende Hügelland. Wertvollster Schatz dieses von seiner Hauptstadt Graz aus regierten Bundeslandes sind seine Bodenschätze Eisenerz und Magnesit, die natürliche Grundlagen von bedeutenden Industrien sind. Der Erzberg in den Eisenerzer Alpen besteht aus hochwertigem Erz, das dort im Tagebau abgetragen werden kann.
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Über das Steirische Randgebirge gelangen wir nun westwärts nach Kärnten in das vom Klima sehr begünstigte Klagenfurter Becken. Es wird von der oberen Drau durchflossen und ist an fast allen Seiten von hohen Gebirgsketten umschlossen: Im Süden sind es die Karawanken und die Karnischen Alpen mit vielen Gipfeln oberhalb der 2500-Meter-Marke; im Norden ragen die Niederen und die Hohen Tauern weit über die 3500-Meter-Marke in die Höhe. Viele größere und kleinere Seen finden sich eingebettet zwischen einzelnen Gebirgsketten. Die Hauptstadt Klagenfurt liegt am Ostufer des größten Kärntner Sees, des Wörther Sees. In Kärnten leben die Menschen vielfach vom Fremdenverkehr, dazu von Ackerbau und Vieh- und Waldwirtschaft.
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Über die großartigen Paßstraßen der Niederen Tauern oder auch durch Katschberg- und Tauerntunnel gelangen wir ins nördlich gelegene Bundesland Salzburg mit seiner gleichnamigen Hauptstadt.
- Über die berühmte Mozartstadt werden wir später einmal mehr berichten. - auch dieses Bundesland ist bekannt für seine vielen Seen in herrlichen Gebirgstälern. Und es ist ebenso bekannt für seine reichen Salzvorkommen, die an vielen Orten bergbaumäßig gewonnen werden. Auch im Salzburger Land blüht im Sommer wie im Winter der Fremdenverkehr.
Wir wenden uns weiter nach Westen und gelangen nach Tirol
mit seiner Hauptstadt Innsbruck, die auch schon Schauplatz von
Olympischen Winterspielen war. Nach Norden hin wird diese schöne
Gebirgsregion begrenzt von den Bayerischen Alpen, nach Süden
von den Ötztaler Alpen, nach Westen von den Lechtaler Alpen
und der Sylvretta-Gruppe. - Die Ötztaler Alpen haben übrigens
vor einigen Jahren eine neue Berühmtheit erlangt durch den
Fund von "Ötzi", einem männlichen Körper,
der vor Jahrhunderten vom Gletschereis eingeschlossen und dadurch
konserviert wurde und den der abschmelzende Gletscher jetzt wieder
freigegeben hat.
Ehe wir nun noch weiter nach Westen reisen, muß das Teilbundesland Osttirol erwähnt werden, das mit seinem zentralen Ort Lienz auf der Südseite der Hohen Tauern liegt und durch Straßen- und Bahntunnels mit den nördlichen Regionen verbunden ist und auch über die wohl schönste Alpenüberquerung erreicht werden kann: über die Großglockner-Hochalpenstraße, die bis in 2500 Meter Höhe hinaufführt. Der Fremdenverkehr ist die Haupteinnahmequelle der Menschen in den Tälern Osttirols; im Tal des Inn dagegen sind auch größere Industrien zu finden, in denen die Menschen ihren Lebensunterhalt verdienen.
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Das westlichste Bundesland Österreichs ist Vorarlberg,
das wir erreichen, indem wir den Arlberg entweder in 1800 Meter
Höhe überqueren oder ihn mit dem Auto oder mit der Bahn
unterqueren. So gelangen wir bald ins Tal des Oberrheins und dem
Rhein folgend an den Bodensee, an dessen Ostufer Bregenz liegt,
die Hauptstadt Vorarlbergs. Die Flüsse dieses Bundeslandes
fließen übrigens mit Ausnahme der Lech, die in die Donau mündet, alle in den Rhein, während die
Flüsse in den anderen Bundesländern des Alpenstaates
alle in die Donau münden. Die Menschen in diesem kleinsten
Bundesland leben hauptsächlich von Vieh- und Milchwirtschaft
und vom Fremdenverkehr, ein wenig auch von der Textilindustrie.
Dieser Artikel konnte sicher kaum mehr als einen bescheidenen
Überblick über den Alpenstaat Österreich bieten.
Ich wünschte jedem Leser, er hätte einmal die Gelegenheit,
dieses wunderschöne Land zu besuchen. Eine weitere Sprache
müßte er dazu gar nicht lernen, denn Österreich
ist ein deutschsprachiges Land, und er könnte sich mit jedermann
leicht verständigen, vorausgesetzt, die Menschen sprächen
nicht ihren Dialekt. Da könnte es dann schon einmal schwierig
werden mit der Verständigung.
Olav Kabella / Lothar von Seltmann
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